Neugestaltung der Ludwigstraße in München
München, Ludwigstraße
Jahr: 2026
STÄDTEBAULICHER RAHMEN
Die Ludwigstraße wird als bedeutender Stadtraum zwischen Denkmalschutz, Klimaanpassung und gesteigerter Aufenthaltsqualität weiterentwickelt. Ziel ist es, die monumentale Klarheit und Wiedererkennbarkeit des Straßenraums zu bewahren und zugleich behutsam um neue freiräumliche Qualitäten zu ergänzen.
Der Entwurf stärkt den bestehenden Kontrast zwischen prägnanter Architektur und punktuell wirksamen Grünräumen „in zweiter Reihe“. Rückwärtige Gärten werden erweitert und als ergänzende Freiräume erlebbar gemacht. So entstehen grüne Zäsuren, die den Straßenraum gliedern und Bezüge zu den angrenzenden Landschaftsräumen herstellen.
BEGRÜNUNG UND FREIRAUMSTRUKTUR
Die Integration von Bäumen erfolgt als zentrale Maßnahme zur Klimaanpassung. Großkronige Straßenbäume werden so positioniert, dass sie eine wirksame Verschattung insbesondere der Wegebeziehungen ermöglichen, ohne die stadträumlichen Sichtachsen und die Wirkung der Denkmäler zu beeinträchtigen.
Durch hohe Kronenansätze bleibt die Wahrnehmung der Fassaden gewahrt. Ergänzend strukturieren lineare, vegetationsgeprägte Säume den Straßenraum. Diese verbinden funktionale Anforderungen mit gestalterischer Qualität und schaffen ein durchgängiges, grünes Band.
Platzaufweitungen wie der Odeonsplatz und der Geschwister-Scholl-Platz behalten ihre klare räumliche Fassung und werden durch behutsame Ergänzungen wie Blütenbäume und Rasenflächen atmosphärisch gestärkt.
ENTSIEGELUNG UND REGENWASSERMANAGEMENT
Die Freiraumgestaltung folgt dem Prinzip der Schwammstadt. Entsiegelte Flächen, Pflanzsäume und Mulden übernehmen die Rückhaltung und Versickerung von Niederschlagswasser. Ergänzend wird Regenwasser gesammelt, gespeichert und zur Bewässerung der Vegetation genutzt.
Straßen- und Platzflächen entwässern gezielt in angrenzende Grünbereiche oder in unterirdische Speicher. So entsteht ein robustes, klimaresilientes System, das ökologische und gestalterische Anforderungen verbindet.
MATERIALITÄT UND STADTBODEN
Ein durchgängiger Stadtboden stärkt die räumliche Einheit der Ludwigstraße. Helle Granitbeläge schaffen eine ruhige, hochwertige Oberfläche und differenzieren funktionale Bereiche subtil.
Versickerungsfähige Konstruktionen unterstützen die Entwässerung, während die Materialwahl die historische Anmutung aufnimmt und in eine zeitgemäße Gestaltung überführt.
AUFENTHALT UND NUTZUNG
Die Ludwigstraße entwickelt sich vom Transitraum zu einem Ort des Aufenthalts und Flanierens. Sitznischen in den begrünten Säumen, großzügige Platzflächen sowie ergänzende Angebote wie Trinkbrunnen schaffen eine neue Aufenthaltsqualität.
Flexible, temporäre Nutzungen ergänzen das Angebot und beleben den Stadtraum, ohne seine klare Struktur zu beeinträchtigen.