ORPLID
München. Stadtteil Berg am Laim
Jahr: 2021
Auszeichnung: 1. Preis
Hochbau: HJA
Leitidee und Haltung
Das Quartier ORPLID übersetzt die Werte wie Leben, Wohnen, Kultur, Familie, Nachhaltigkeit, Nachbarschaft und Achtsamkeit in ein räumliches System aus Nähe und Distanz. Ziel ist eine offene Quartiersstruktur, die vielfältige Lebensentwürfe ermöglicht und soziale Durchmischung fördert.
Städtebauliches Konzept
Die Bebauung bildet ein fein gegliedertes Gefüge aus Baukörpern, Gassen und Höfen. Unterschiedliche Nutzungen werden vertikal und horizontal kombiniert, sodass Wohn-, Arbeits- und Gemeinschaftsbereiche ineinandergreifen. Dadurch entstehen klare Adressen mit gleichzeitig hoher Durchlässigkeit im Quartier.
Erschließung und Vernetzung
Das Quartier wird über ein gestuftes Erschließungssystem organisiert. Öffentliche Gassen bilden die Hauptstruktur, ergänzt durch einen Quartiersweg im Erdgeschoss. Auf den Dächern erweitern Brückenverbindungen das Netz und schaffen zusätzliche, halbprivate Wegebeziehungen.
Freiraumstruktur
Die Freiräume sind in öffentliche Gassen, gemeinschaftliche Höfe und private Bereiche gegliedert. Die Gassen sind urban belebt und tragen zur Quartiersidentität bei. Die Innenhöfe sind intensiv begrünt und als geschützte, gemeinschaftliche Aufenthaltsräume ausgebildet.
Gebäude und Nutzung
Die Erdgeschossewerden durch gemeinschaftliche Nutzungen aktiviert und stehen in direktem Bezug zu den Freiräumen. Gewerbe-, Gemeinschafts- und Wohnnutzungen sind so organisiert, dass alle Nutzergruppen gleichwertigen Zugang zu den Höfen erhalten. Dies stärkt die soziale Durchmischung und die alltägliche Nutzbarkeit des Freiraums.
Dachlandschaft
Die Dächer werden als zusätzliche Freiräume verstanden. Intensiv begrünte Dachgärten bieten gemeinschaftliche Nutzungen, während extensiv begrünte Bereiche ökologische Funktionen übernehmen. Die Dachlandschaft erweitert das Quartier in die Vertikale als Aufenthaltsfläche und zur Steigerung der Biodiversität.
Atmosphäre und Identität
Zwischen funktionalen Alltagsräumen entstehen Orte der Ruhe und Kontemplation. Diese „Sehnsuchtsräume“ bieten Rückzug und Individualität innerhalb des gemeinschaftlichen Quartiers und tragen zur identitätsstiftenden Wirkung des Ortes bei.